Fahrrad. Mann. Prostata.

Über eine komplizierte Dreiecksbeziehung.

Radfahren ist gesund. Das ist ziemlich unstrittig.

Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die beziehen sich auf die extremen Ausübungsformen unseres Sports. Übertreiben geht schließlich immer.

Für die männlichen Radfahrer wird jedoch immer mal wieder auch eine grundsätzliche Einschränkung dieser These diskutiert, nämlich die, ob regelmäßiges Radfahren Prostatabeschwerden begünstigt.

Schadet Fahrradfahren der Prostata?

Eine akute Prostatitis im Sommer diesen Jahres hat mich mal wieder mit dieser Frage konfrontiert… „Fahrrad. Mann. Prostata.“ weiterlesen

L’Eroica Gaiole

Mein Blick versucht nur noch die 10 Meter vor dem tanzenden Vorderrad zu erfassen, doch je länger es auf dieser ruppigen Geröllpiste bergab geht, desto schwerer fällt es meinem Kopf die Informationen zeitnah zu verarbeiten.

Das Bild verschwimmt und ich versuche mein Vorderrad krampfhaft gerade zu halten. Dann bin ich unten. Den Kopf schütteln, die Nackenmuskulatur lockern und schon geht es wieder bergauf. Steil, lang und auf losem Untergrund.

Einen Schluck staubiges Wasser aus dem Bidon und weiter – ich sollte den ersten Mund voll wirklich besser ausspucken, so viel Staub enthält er – aber das ist mir längst egal.

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Was für ein Rennen!

Mailand – San Remo 2017.

Einer Perlenkette gleich schlängelt sich der gut vierzig Köpfe zählende Rest des Pelotons den sanften, lang gezogenen Anstieg zum Poggio di San Remo hinauf. Obwohl nur 160 Meter hoch, bietet er alljährlich die Kulisse für den Showdown der Classicissima, dem ersten echten Frühjahrsklassiker im Rennkalender der Radprofis.

Das Tempo ist sehr hoch und trotzdem scheint die Steigung aufgrund der hohen Leistungsdichte im Feld wieder einmal zu sanft für eine vorentscheidende Selektion. Wird es mangels Attacken also wieder zu einem Sprint des Feldes kommen, wie schon so oft in jüngeren Jahren?

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Februarrunde

Noch vor einer halben Stunde völlig undenkbar, scheint plötzlich alles zu stimmen. Das leichte aber stetige Brausen des Windes in den Ohren – es ist gewichen. Das sanfte Brennen in den Oberschenkeln – vergessen. Und die gerade noch so kalten Füße und Hände? – Sie senden leicht gribbelnde Lebenszeichen.

Die silbern funkelnden Lichtstrahlen, der sich in der Vorderradnabe spiegelnden Februarsonne, sie ziehen Tom in ihren Bann. „Wie konnte sich schwarz in der Gestaltung moderner Naben nur durchsetzen?“ Das kann er nicht begreifen.

Wunderbar mischen die 32 doppelt endverstärkten Speichen des Vorderrades jetzt im sonnigen Glitzerspiel mit und berauschen den mit Rückenwind dahingleitenden Rennfahrer mit dem leisen Klang der gerade so berauschenden Geschwindigkeit.

Ist es das, was er so liebt an diesem Sport?

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